Die Geschichte des Marinemusikkorps Kiel – vom „Marinemusikkorps Ostsee“ bis heute.
Wie aus einem jungen Marineorchester einer der renommiertesten Klangkörper der Bundeswehr wurde.

Am 1. Juni 1956 wurde das Korps als „Marinemusikkorps Ostsee“ in Eckernförde aufgestellt – in einer Zeit, in der die junge Bundesmarine ihren eigenen musikalischen Klang fand. Aus diesen Anfängen entwickelte sich über die Jahrzehnte das sinfonische Blasorchester der Deutschen Marine mit Sitz in Kiel.
Mit der Verlegung an die Kieler Förde fand das Orchester seine bis heute prägende Heimat. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde das Korps 2014 in „Marinemusikkorps Kiel“ umbenannt – seither trägt es, wie die übrigen Korps, den Namen seiner Garnisonsstadt.

In den ersten Jahren teilte sich das Korps personell und organisatorisch eng mit dem zeitgleich aufgestellten Schwesterkorps „Marinemusikkorps Nordsee“ – beide standen am Beginn der Militärmusik der jungen Bundesmarine. Unter den ersten Leitern, Kapitänleutnant Hermann Schäfer (1956–1959) und Kapitänleutnant Johannes Schäfer (1959–1973), wurde der Klangkörper aufgebaut und gefestigt.
Es folgten Korvettenkapitän Horst Wenzel (1973–1986) und – über 22 Jahre prägend – Fregattenkapitän Manfred Peter (1986–2008). In dieser Zeit weitete das Orchester sein Repertoire weit über die klassische Marsch- und Zeremoniellmusik hinaus aus: hin zu anspruchsvoller sinfonischer Blasmusik, zu Jazz, Big-Band-Klängen und Unterhaltungsmusik. Noch unter dem Namen „Marinemusikkorps Ostsee“ entstand um 2001 die CD „Anker auf!“ mit rund zwanzig Titeln.

Heute zählt das Marinemusikkorps Kiel rund 50 professionelle Musikerinnen und Musiker. Als Klangkörper der Deutschen Marine begleitet es Staatsempfänge, Gelöbnisse, Schiffstaufen und Zeremonien ebenso wie große Open-Air- und Benefizkonzerte – und repräsentiert die Bundeswehr im In- und Ausland.
Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde das Korps 2014 dem Zentrum Militärmusik der Bundeswehr in Bonn unterstellt; neben Kiel besteht heute nur noch ein weiteres Marinemusikkorps in Wilhelmshaven. Aus dem großen Klangkörper formieren sich zahlreiche kleinere Ensembles – von Kammermusik über böhmisch-mährische Blasmusik bis zur Big Band.
Internationale Auftritte führten das Orchester weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Unter Fregattenkapitän Friedrich Szepansky (2008–2022) gastierte das Korps bei großen Militärmusik-Festivals: bei der Steuben-Parade in New York, beim Royal Nova Scotia International Tattoo im kanadischen Halifax und – als „German Navy Band“ – beim Birmingham International Tattoo am 11. und 12. Februar 2023.
Seit Februar 2022 steht Korvettenkapitän Inga Hilsberg am Pult – als erste Frau an der Spitze eines Marinemusikkorps. Vor ihrem Eintritt in die Bundeswehr war sie von 2007 bis 2021 Chefdirigentin der Kölner Symphoniker. Unter ihrer Leitung verbindet das Orchester die reiche Tradition der Militärmusik mit frischen, sinfonischen Klangfarben.

Erster Leiter und Aufbau des jungen Klangkörpers.
Festigung des Orchesters in den Aufbaujahren.
Ausbau des sinfonischen Repertoires.
22 Jahre prägende Leitung; u. a. die CD „Anker auf!“.
Internationale Auftritte und Tattoos.
Erste Frau am Pult eines Marinemusikkorps – zuvor Chefdirigentin der Kölner Symphoniker (2007–2021).
Gründung am 1. Juni 1956 als „Marinemusikkorps Ostsee“.
Umbenennung im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr.
Großer Auftritt als „German Navy Band“ am 11./12. Februar 2023.
Sieben Jahrzehnte zwischen Tradition, Sinfonik und maritimer Heimat.